PFAD Landesverband eröffnet Beratungsstelle

 

Erweitertes Beratungsangebot für Adoptiv- und Pflegefamilien in Karlsruhe


 

Ende Januar war es soweit: die Eröffnung der neuen Beratungsstelle des Adoptiv- und Pflegefamilienverbandes PFAD in der Augustastraße wurde gefeiert.

„Selbstverständlich haben wir auch bisher für Beratungen zur Verfügung gestanden. Jetzt möchten wir unser Angebot ausweiten und nicht nur telefonisch sondern auch persönlich fachkundig zur Seite stehen“, erklärt die Vorsitzende des Landesverbandes Jasmin Heier.

Herr Heger , Leiter des Pflegekinderdienstes Karlsruhe unterstützte die Idee einer offiziellen Beratungsstelle von Beginn an und lobte in seiner Rede bei der Eröffnung das ehrenamtliche Engagement von PFAD.

Auch Frau Meier vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und Herr Pfeiffer vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg diskutierten interessiert und fachkundig mit den anwesenden Besuchern.

Wer ist PFAD?

Der Landesverband PFAD hat es sich mit seinen rund 400 Mitgliedern aus ganz Baden-Württemberg zur Aufgabe gemacht, Kindern, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, zu helfen und zur Seite zu stehen. Die Adoptiv- und Pflegefamilien werden unterstützt und gestärkt, bei Schwierigkeiten kann PFAD oft wichtige Vermittlungsarbeit leisten.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Landesverbandes ist die politische Lobbyarbeit. Regelmäßige Kontakte mit den familienpolitischen Gremien in Baden-Württemberg helfen, als Sprachrohr der angeschlossenen Ortsvereine die Anliegen und Probleme der Adoptiv- und Pflegefamilien bekannt zu machen und Verbesserungen der gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen auf den Weg zu bringen.

Eine Beratungsstelle des Landesverbandes PFAD - warum dieses zusätzliche Angebot?

Paare, die ein Kind zur Adoption oder als Pflegekind aufnehmen, sind darauf vorbereitet, Kinder mit einer schwierigen Vorgeschichte großzuziehen. Doch der Alltag mit ihren Kindern wird manchmal zu einer Belastungsprobe, die für Außenstehenden oft schwer nachvollziehbar ist. Drängende Fragen, die an den Landesverband herangetragen werden betreffen beispielsweise:

  • Probleme in der Familie, Erziehungsfragen,

  • Fragen zur Entwicklung,

  • Schwierigkeiten in der Schule,

  • Probleme mit Umgangskontakten bzw. der Herkunftsfamilie,

  • Unzureichende Unterstützung und Beratung durch das zuständige Jugendamt,

  • Verständnisprobleme und Unsicherheit im Kontakt zum Jugendamt.

Durch die Einrichtung einer offiziellen Beratungsstelle mit eigenen Räumlichkeiten und festen Sprechzeiten schafft PFAD für Kinder e.V. Baden-Württemberg ein niedrigschwelliges Angebot fachlicher Unterstützung, das auf Augenhöhe mit Familien arbeiten kann und unabhängig von den Jugendämtern ist. PFAD kennt die Aufgaben, Probleme und Befindlichkeiten aller Beteiligten im Beziehungsdreieck Pflegeeltern, Jugendamt, Herkunftseltern sehr gut. In der Beratung können daher alle Sichtweisen miteinbeziehen bezogen und so ein besseres Verständnis und größeres Selbstbewusstsein bei Pflege- und Adoptiveltern erreicht werden.

Die Beratungsstelle in der Augustastraße 8 steht nach telefonischer Anmeldung zunächst mit einer kostenlosen Sprechstunde einmal wöchentlich vormittags offen für alle Interessierten. Seminare und Schulungen werden das Angebot erweitern.

Kontakt über Telefon 0721- 82009520 oder Email bs@pfad-bw.de

Neuer Vorstand des Landesverbandes Pfad für Kinder e.V.

Die Mitgliederversammlung wählte letzten Samstag einen neuen Vorstand.

Neu begrüßen dürfen wir als Stellvertreterin Marion Nowag und als Beisitzerinnen Angelika Gattmann und Gertrud Huber. Vielen Dank, dass Sie sich in die Vorstandsarbeit einbringen werden!

Ein großes Dankeschön für jahrelanges Engagement gilt ebenso den scheidenden Vorstandsmitgliedern Eva-Maria-Nestelhut und Eberhard Schrey.

Tolle Veranstaltungen im Haus trampel_PFAD

🌸 Angebot für die Sommerferien 🌺:
Freizeitwoche für Jugendliche ab 14 Jahre.
Ohne festes Programm, aber mit tollen Ausflügen, beispielsweise Klettertage am Mägdeberg und im Hochseilgarten in Konstanz, eine geführte Kanutour, vielleicht auch einen Tag im Europapark.

Angedachte Termine:
Sonntag, 14.08. bis Samstag, 20.08.2016 - Mädchenwoche
Sonntag, 21.08. bis Samstag, 27.08.2016 - Jungswoche

Bitte meldet euch bald bei uns, falls ihr Lust habt, dabei zu sein

Außerdem gibt es eine mehrteilige Aktion 'Raus in die Natur'
Die Aktionen sind mit Übernachtung

Nähere Informationen

erfrischend anders!

Eine Auszeit für die ganze Familie, durchzuatmen und neu aneinander Freude zu finden: das sind die Orientierungstage für Pflege- und Adoptivfamilien im Haus Feldberg-Falkau. Eine ganze Woche in einem schönen weitläufigen Haus im winterlichen Hochschwarzwald gemeinsam mit anderen, „ähnlich gestrickten“ Familien: Erfahrungen austauschen, neuen Input bekommen, miteinander lachen, erfrischt und gestärkt heimkehren.

Vormittags finden thematische Gesprächsrunden für die Eltern sowie ein Betreuungsprogramm für die Kinder und Jugendlichen statt, nachmittags und abends wechseln sich gemeinsame Unternehmungen und frei verfügbare Zeit ab. Die Teilnehmerzahl ist auf zwölf Familien begrenzt.

*Leitung:
Elfi Hartung, Dipl. Sozialarbeiterin, Pflegemutter
Georg Hug, Diakon, Polizeiseelsorger, Trauerbegleiter, Pflegevater
Prof. August Huber, Dipl. Sozialpädagoge, Adoptiv- und Pflegevater

Flyer und Anmeldung

Dank der Klage einer jungen Erwachsenen, die in Vollzeitpflege untergebracht ist, gibt es seit März 2015 ein Urteil, das für große Hoffnungen bei jugendlichen Pflegekindern sorgt!
Bislang wurden von den Einkünften der Pflegekinder 75% ihres Ausbildungsgehaltes als Teil der Kosten für ihre Hilfe zur Erziehung herangezogen ( http://dejure.org/gesetze/SGB_VIII/93.html ).
Seit dem Urteil gilt:
Es kann ein geringerer Kostenbeitrag erhoben oder gänzlich von der Erhebung des Kostenbeitrags abgesehen werden, wenn das Einkommen aus einer Tätigkeit stammt, die dem Zweck der Leistung dient. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um eine Tätigkeit im sozialen oder kulturellen Bereich handelt, bei der nicht die Erwerbstätigkeit, sondern das soziale oder kulturelle Engagement im Vordergrund stehen.“
Dies bedeutet: " .....wenn man eine Ausbildung absolviert und dies in der Hilfeplanung vorgesehen ist, dann ist der Zweck dadurch erfüllt. Allerdings muss ein Antrag beim Jugendamt gestellt werden. Das Jugendamt muss dann in pflichtgemäßem Ermessen entscheiden (ggf. Widerspruch einlegen!)."

Urteil

Stressmanagement-Training für Pflegeeltern

Frau Gräbe studiert derzeit Psychologie im Master an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg und wendet sich mit folgendem Anliegen an Sie: Für ihre Abschlussarbeit hat sie ein Online-Stressmanagement-Training speziell für die Zielgruppe Pflegeeltern entwickelt. Hierbei stehen vor allem Bewältigungsstrategien im Umgang mit potentiell stressigen Ereignissen des Pflegefamilienalltags im Vordergrund. Es ist als Präventionsprojekt konzipiert:

Liebe Pflegeeltern, 
Sie finden hier den Infoflyer für ein Stressmanagement-Training, das speziell für Sie als Pflegeeltern entwickelt wurde. Im Zentrum steht hierbei v.a. Ihr eigener Umgang mit Stress und die Stressvorbeugung. So können Sie auch daran teilnehmen, falls Sie momentan nicht unter akuter Stressbelastung stehen. Da einen der Familienalltag zeitlich ziemlich einspannen kann, wird das Trainingonline angeboten. Das bietet Ihnen den Vorteil, sich Ihre Zeit selbstständig und frei einzuteilen. Sie können also bequem von zu Hause aus mitmachen. Falls Sie neugierig geworden sind, melden Sie sich an und nutzen Sie die Chance, an einem wissenschaftlich fundierten Stressmanagent-Training kostenlos teilzunehmen. 


Ich freue mich über Ihre Anmeldung!
Mit besten Grüßen, 
Lisa Gräbe

Verbesserung der Betreuung von Pflegeeltern in der Vollzeitpflege

Am 10. März beginnt die Bewertungsphase des 3. Stuttgarter Bürgerhaushalts. Hier haben Sie die Möglichkeit, einen Vorschlag zur Verbesserung der Betreuung von Vollzeitpflegeeltern zu unterstützen:
https://www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/10083
In Stuttgart müssen rund 100 Kinder im Jahr zu Ihrem Schutz durch das Jugendamt aus ihrer Familie genommen werden. Viele dieser Kinder können nach Klärung der Rechtslage dauerhaft in sozial engagierten und liebevollen Pflegefamilien aufwachsen und müssen nicht in speziellen Einrichtungen untergebracht werden. 2014 waren in Stuttgart 272 Kinder in Pflegefamilien und 51 Kinder in Bereitschaftspflege. Für die Pflegefamilien und die Pflegekinder bringt dies eine enorme emotionale Belastung, bedingt durch die Vergangenheitsbewältigung, laufende Umgangskontakte sowie unvorhersehbare Gerichtsverfahren. Während für die Herkunftsfamilien und für die Kinder selbst Beratungs- und Betreuungsangebote zur Verfügung stehen (auch wenn Angebote und Kapazitäten nicht ausreichen), ist dies in der Praxis für Pflegefamilien unzureichend. Daher soll die personelle Ausstattung des Jugendamtes erhöht werden, um eine bessere Betreuung der Belange der Pflegeeltern zu gewährleisten. Dies ist deshalb zwingend erforderlich, da Pflegeeltern im Übrigen kaum eigene Rechte zustehen

Todesfall Alessio- Brief an die Sozialministerin

Der vermeidbare Tod des kleinen Alessio hat die Pflegeelternverbände Baden-Württembergs veranlasst, einen Brief an die Sozialministerin Fr. Altpeter zu senden. Hier eine Zusammenfassung:

Sehr geehrte Frau Ministerin Altpeter, 

der Tod des dreijährigen Alessio in Lenzkirch hat uns, die Mitglieder der Pflegeeltern-Organisationen von Baden Württemberg, wie so viele Menschen sehr betroffen gemacht. Erneut wird durch ihn die Frage unabweisbar aufgeworfen, wie eine Wiederholung des Geschehens ausgeschlossen werden kann. 
Angesichts der Schwere des Vorfalls, der in unserem Lande viele Menschen erschreckt hat, glauben wir, dass die Arbeit eines Untersuchungsausschusses eine angemessene Maßnahme sein müsste, die Vorgeschichte und den Hergang der Ereignisse zu rekonstruieren, die zum Tode des Jungen führten. 
Warum ist der dringende und doch wohl wiederholte Ratschlag von Ärzten, von denen der Junge klinisch und ambulant untersucht und behandelt wurde, ihn aus dem Elternhaus herauszunehmen, von den zuständigen Personen im Jugendamt nicht befolgt worden? 
Warum hat der Staatsanwalt, bei dem die Anzeige der Ärzte einging, wenn er sich schon mangels Beweisen auf den Vorschlag eines Gerichtsverfahrens nicht einließ, dann nicht seine Kollegen des Familiengerichts angesprochen, für die Unterbringung des Kindes in einer Umgebung zu sorgen, in der es jeder körperlichen Gewaltanwendung entzogen ist? 
Wir sehen das Resultat der Recherchen, die auf diese und andere zu stellende Fragen Antworten suchen, nicht darin, einzelne Personen und Stellen anzuklagen. Wir sind vielmehr daran interessiert, dass das Geschehen und seine Aufklärung dazu führen, dass die erforderlichen Schlüsse gezogen werden. Zielstellung dabei müsste eine Verbesserung der Rechte der Kinder auf gewaltfreie Erziehung sein!
In unserer täglichen Arbeit erleben wir leider häufig, dass oft jahrelang ambulante Hilfen in der Familie als die geeignete Hilfeform angesehen wird, obwohl ein Kind misshandelt oder vernachlässigt  wurde und wird. Es wird ein sogenanntes „Paket geschnürt“, das alle Hilfsmaßnahmen angeblich optimal bündelt. Hier liegt ein großer Irrtum vor. Es wird nicht genügend beachtet, dass Misshandlungen, Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern nicht selten in psychischen Notlagen der Eltern zu suchen sind. Weiter wird ignoriert, dass Kindesmisshandlungen und sexueller Missbrauch eines Kindes Wiederholungstaten sind und dagegen keine Garantie gewonnen wird, wenn Eltern ein „kooperatives Verhalten“ mit Ämtern bekunden.
Die Verharmlosung des Leidens der Kinder, die Rechtlosigkeit von Kindern und die Überbetonung des Elternrechtes sehen wir als Fehler  an. 
In unserer Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Jugendämter begegnen wir oft  engagierten Fachkräften, die den Kinderschutz sehr ernst nehmen, deren Entscheidungsspielräume jedoch oft begrenzt werden, durch ökonomische Zwänge aber auch durch die jeweiligen Philosophien eines Jugendamtes.
Wir fordern eine klare Linie, bei der das Kindeswohl eindeutig über dem Elternrecht steht!

Selbstverständlich stehen wir jederzeit zur Verfügung, um die aufgeworfenen Fragen in einem persönlichen Gespräch weitergehend zu erörtern.