Verbesserung der Betreuung von Pflegeeltern in der Vollzeitpflege

Am 10. März beginnt die Bewertungsphase des 3. Stuttgarter Bürgerhaushalts. Hier haben Sie die Möglichkeit, einen Vorschlag zur Verbesserung der Betreuung von Vollzeitpflegeeltern zu unterstützen:
https://www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/10083
In Stuttgart müssen rund 100 Kinder im Jahr zu Ihrem Schutz durch das Jugendamt aus ihrer Familie genommen werden. Viele dieser Kinder können nach Klärung der Rechtslage dauerhaft in sozial engagierten und liebevollen Pflegefamilien aufwachsen und müssen nicht in speziellen Einrichtungen untergebracht werden. 2014 waren in Stuttgart 272 Kinder in Pflegefamilien und 51 Kinder in Bereitschaftspflege. Für die Pflegefamilien und die Pflegekinder bringt dies eine enorme emotionale Belastung, bedingt durch die Vergangenheitsbewältigung, laufende Umgangskontakte sowie unvorhersehbare Gerichtsverfahren. Während für die Herkunftsfamilien und für die Kinder selbst Beratungs- und Betreuungsangebote zur Verfügung stehen (auch wenn Angebote und Kapazitäten nicht ausreichen), ist dies in der Praxis für Pflegefamilien unzureichend. Daher soll die personelle Ausstattung des Jugendamtes erhöht werden, um eine bessere Betreuung der Belange der Pflegeeltern zu gewährleisten. Dies ist deshalb zwingend erforderlich, da Pflegeeltern im Übrigen kaum eigene Rechte zustehen

Todesfall Alessio- Brief an die Sozialministerin

Der vermeidbare Tod des kleinen Alessio hat die Pflegeelternverbände Baden-Württembergs veranlasst, einen Brief an die Sozialministerin Fr. Altpeter zu senden. Hier eine Zusammenfassung:

Sehr geehrte Frau Ministerin Altpeter, 

der Tod des dreijährigen Alessio in Lenzkirch hat uns, die Mitglieder der Pflegeeltern-Organisationen von Baden Württemberg, wie so viele Menschen sehr betroffen gemacht. Erneut wird durch ihn die Frage unabweisbar aufgeworfen, wie eine Wiederholung des Geschehens ausgeschlossen werden kann. 
Angesichts der Schwere des Vorfalls, der in unserem Lande viele Menschen erschreckt hat, glauben wir, dass die Arbeit eines Untersuchungsausschusses eine angemessene Maßnahme sein müsste, die Vorgeschichte und den Hergang der Ereignisse zu rekonstruieren, die zum Tode des Jungen führten. 
Warum ist der dringende und doch wohl wiederholte Ratschlag von Ärzten, von denen der Junge klinisch und ambulant untersucht und behandelt wurde, ihn aus dem Elternhaus herauszunehmen, von den zuständigen Personen im Jugendamt nicht befolgt worden? 
Warum hat der Staatsanwalt, bei dem die Anzeige der Ärzte einging, wenn er sich schon mangels Beweisen auf den Vorschlag eines Gerichtsverfahrens nicht einließ, dann nicht seine Kollegen des Familiengerichts angesprochen, für die Unterbringung des Kindes in einer Umgebung zu sorgen, in der es jeder körperlichen Gewaltanwendung entzogen ist? 
Wir sehen das Resultat der Recherchen, die auf diese und andere zu stellende Fragen Antworten suchen, nicht darin, einzelne Personen und Stellen anzuklagen. Wir sind vielmehr daran interessiert, dass das Geschehen und seine Aufklärung dazu führen, dass die erforderlichen Schlüsse gezogen werden. Zielstellung dabei müsste eine Verbesserung der Rechte der Kinder auf gewaltfreie Erziehung sein!
In unserer täglichen Arbeit erleben wir leider häufig, dass oft jahrelang ambulante Hilfen in der Familie als die geeignete Hilfeform angesehen wird, obwohl ein Kind misshandelt oder vernachlässigt  wurde und wird. Es wird ein sogenanntes „Paket geschnürt“, das alle Hilfsmaßnahmen angeblich optimal bündelt. Hier liegt ein großer Irrtum vor. Es wird nicht genügend beachtet, dass Misshandlungen, Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern nicht selten in psychischen Notlagen der Eltern zu suchen sind. Weiter wird ignoriert, dass Kindesmisshandlungen und sexueller Missbrauch eines Kindes Wiederholungstaten sind und dagegen keine Garantie gewonnen wird, wenn Eltern ein „kooperatives Verhalten“ mit Ämtern bekunden.
Die Verharmlosung des Leidens der Kinder, die Rechtlosigkeit von Kindern und die Überbetonung des Elternrechtes sehen wir als Fehler  an. 
In unserer Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Jugendämter begegnen wir oft  engagierten Fachkräften, die den Kinderschutz sehr ernst nehmen, deren Entscheidungsspielräume jedoch oft begrenzt werden, durch ökonomische Zwänge aber auch durch die jeweiligen Philosophien eines Jugendamtes.
Wir fordern eine klare Linie, bei der das Kindeswohl eindeutig über dem Elternrecht steht!

Selbstverständlich stehen wir jederzeit zur Verfügung, um die aufgeworfenen Fragen in einem persönlichen Gespräch weitergehend zu erörtern. 

Spendenaufruf Haus trampel_PFAD

Wie bereits berichtet, ist der Ortsverband PFAD Konstanz und Umgebung e.V. Initiator des Pilotprojektes "Haus trampel_PFAD   Auszeitwohnen - Innovatives Wohnprojekt für Pflege- und Adoptivkinder"
Inzwischen wurde ein Haus auf der Domäne Hohentwiel in Singen dafür gefunden.
Für die Umbauarbeiten und als Starthilfe werden noch helfende Hände, Geld- und/oder Sachspenden benötigt.

Hier finden Sie eine Liste möglicher Spenden und Spendenformulare für Geldspenden, Sachspenden sowie Arbeitsleistungen.

Für Rückfragen sind wir gern für Sie da.
Angelika Gattmann angelika.gattmann@pfad-kn.de
Dr. Harald Hanke harald.hanke@pfad-kn.de